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Hier die Rezension des Blogs „Schlüsselszene“ für das CAMPUSMAGAZIN.

Etymologische Anekdoten, Psychologische Weisheiten und Geschichten, die das Leben schreibt – mit diesen Themen beschäftigt sich die Online-Journalismus-Studentin Lysann in ihrem Weblog. „Die Texte sind Schlüssel zu meiner Welt”, verrät sie im Porträt.

„Ich bin jetzt schon 20 und ein halbes Jahr alt. Doch heute morgen habe ich mich riesig darüber gefreut, dass mein kleiner Zeh aussieht, als ob ich beim Holzhacken mit der Axt abgerutscht wäre”, dröhnt es aus den Lautsprechern. Konzentriert sitzt Lysann vor ihrem Notebook, das Mikrofon ist angeschlossen, die Lautstärke bis zum Anschlag aufgedreht. Heute berichtet sie von ihrer Leidensgeschichte – diesmal als Audiobeitrag. Ihr kleiner Zeh wurde kürzlich in Mitleidenschaft gezogen, als die Heilbronnerin in bester Parkour-Manier über ihr Sofa sprang – der brodelnde Milchreis auf dem Herd verleitete sie zu jenem waghalsigen Kunststück.

Kaum auf die Aufnahmetaste gedrückt, klingt die angehende Online-Journalistin wie eine geschulte Radiomoderatorin. “Auf diese Weise werden Emotionen viel besser ausgedrückt, außerdem muss sich der Leser nicht durch einen langen Text quälen”, erklärt Lysann. Die Aufnahme wird anschließend in ihren Blog übertragen. Lysann betreibt seit rund einem halben Jahr ein Weblog mit dem Titel „Schlüsselszene”. „Zum einen steht es für die meist längeren Beiträge, die Szenen aus meinem Leben beschreiben und entschlüsseln, zum anderen sind die Texte auch Schlüssel zu meiner Welt”, erklärt sie die Idee dahinter – daher auch der Untertitel „Die Welt mit anderen Worten sehen”.

Mit dem Studium kam das Bloggen

Bevor Lysann das Studium an der Hochschule in Darmstadt aufnahm, konnte sie mit Begriffen wie Blogs, bloggen oder Blogosphäre nur wenig anfangen. „Blogs kannte ich in dem Sinne gar nicht, bis ich ein Social Software-Seminar besucht habe, dort machte uns der Dozent mit dem Gedanken des Bloggens vertraut und zeigte uns einige erfolgreiche Beispiele”, erinnert sie sich. Eine der Aufgaben war es einen eigenen Blog auf die Beine zu stellen. „Anfangs wusste ich gar nicht über welche Themen ich schreiben wollte.” In der Folgezeit habe sie sich jedoch richtig mit dem Bloggen identifiziert und „während des Tages schon an Beiträge gedacht.”

Einen konkreten Zweck hatte sie dabei nicht im Kopf. „Ich schätze, es hat mir einfach gefallen nach außen hin zu schreiben und nicht nur für mich selbst.” Mindestens einmal in der Woche lässt Lysann ihren Gedanken freien Lauf. Und sie hat so einiges, das sie der Welt nicht vorenthalten möchte. „Die Themen haben sich bei mir durch das “Taggen” herauskristallisiert – als ich Kategorien und Schubladen für die Beiträge anlegen musste.” Kühlschrankphilosophie, Bücher und die Mischung aus Erlebnissen und Nachdenklichkeit seien für sie das Erfolgsrezept, verfeinert mit einem Touch Etymologie und Psychologie. „Letztlich entsteht vieles aus der einfachen Frage: Wusstet ihr schon?”

Alltagsgeschichten, Literatur und Wortforschung

So entlüftet Lysann das Geheimnis um die Wortherkunft des „Isegrim” und verrät, dass jenes Fabelwesen aus dem Epos „Reineke Fuchs” auf einen seit dem 10. Jahrhundert gebräuchlichen Männernamen zurückgeht und so viel wie „Eisenhelm” bedeutet. Und dass des Name der Hauptfigur aus Rosel Kleins „Mein Freund Karfunkel” ursprünglich ein mit Sagen umwobener Edelstein war und gänzlich nichts mit dem Furunkel gemein hat, ist ein weiteres Rätsel, das Lysann auf unterhaltsame Weise nachgeht.

Wenn sie nicht gerade im Etymologielexikon blättert, mit dessen Hilfe sie zahlreiche „eklatante Wissenslücken ausfüllt, über die Günther Jauch sicherlich den Kopf geschüttelt hätte”, widmet sie sich den alltäglichen Dingen des Lebens. Lysann offenbart die Schwächen ihres Zeitmanagement-Systems, das sie mit einer „zehnspurigen, italienischen Gedankenautobahn” vergleicht und erörtert ihre persönliche Philosophie über das Verfahren.

Ferner muss der Blog auch mal zum Dampfablassen herhalten. Wie etwa nach einer Begegnung mit einer charmanten Postmitarbeiterin, für die Zeit genauso wenig eine Rolle spielte wie Kompetenz. Und wenn mal alle Stricke reißen und sie ihren Appetit auf eine Tafel Schokolade nicht zügeln kann, gibt sie sich einer weiteren Vorliebe hin und flucht im feinsten Schwäbisch.

Überdies geht sie der Frage nach, was für ein Sternzeichen ihr schwer bedienbarer Laptop wohl sein könnte und ob die Macht der Astrologie im Stande ist, gar der Technik Charaktereigenschaften zu verleihen. Und auch für einsame Stunden hat Lysann wertvolle Tipps parat und schlägt vor zurückgelassene Bons in Einkaufswägen anzuschauen und sich daraus das Leben anderer vorzustellen oder Sachen aussortieren, anschließend Mitleid mit den aussortierten Dingen haben und die Hälfte wieder aus dem Müll retten.

Weblog als sprachliche Spielwiese

Mit dem Verfassen eines Beitrags gibt sich Lysann jedoch lange nicht zufrieden. Stets ist die experimentierfreudige Studentin auf der Suche nach neuen multimedialen Formaten und der persönlichen Note. “Zwischendurch hatte ich auch die Idee, alle Beiträge selbst zu illustrieren, aber es scheiterte an der Nichtexistenz eines Scanners”, sagt sie. Einen Blogbeitrag habe sie gar von Hand geschrieben und eingescannt. „Ich dachte, das könnte dazu beitragen, das Persönliche in dem Text rüberzubringen.” Die Freude am Schreiben kommt bei Lysann nicht von ungefähr, schließlich studiert sie Journalismus.

Die Basismotivation ist aber eine andere. „Das Fundament ist der Gedanke ein eigenes Buch zu veröffentlichen”, sagt sie. Im Hintergrund sammelt Lysann schon lange Geschichten, Charaktere, Orte und Beschreibungen zu ungewöhnlichen Gegenständen oder liest Bücher zu den Themen, um die es sich in ihrem Buch drehen wird. Ihr Weblog dient als eine Art sprachliche Spielwiese, auf der sie sich unbekümmert austoben kann – mit der einzigen Bedingung, wöchentlich zu schreiben. „Es ist ein wunderbares Mittel, um meinen Sprachausdruck zu üben, das Schreiben zum Alltag zu machen und eigene Wege dafür zu finden”, resümiert Lysann.

Über 800 Seitenaufrufe im Monat

Über mangelndes Interesse an ihrem Blog darf sich Lysann nicht beschweren. Es wird rege diskutiert, debattiert und kommentiert. „Das hilft mir natürlich dabei, selbst besser abschätzen zu können, wie andere meine Texte empfinden – das ist sehr wichtig für mich”, sagt sie. Außerdem fühle man sich weniger allein mit seinen Angewohnheiten, fügt Lysann mit einem Lächeln hinzu. Und alleine ist sie keineswegs. Letzten Monat wurde „Schlüsselszene” über 800 Mal aufgerufen – keine schlechte Leistung für einen privaten Weblog. Inzwischen ist auch Lysanns 65-jährige Oma in der Blogosphäre unterwegs und kommentiert munter die Beiträge ihrer Enkelin.

Jung, faltenfrei und makellos – das läßt sich über das Aussehen der Stars wie Beyonce, Snoop Dogg, Pharell Williams oder Busta Rhymes sagen, zumindest was ihre Musikvideos angeht.

Die Spezialisten der kalifornischen Firma „Room“ verpassen den eitlen Damen und Herren ein komplettes Makeover, sie werden also gephotoshopped gewissermassen. Da wird mal der Bauchumfang von Britney Spears reduziert oder das Doppelkinn von Ricky Martin wegretuschiert.

Seht selbst wie man nach solch einer Schönheitskur ausschaut. Klick mich!

Der US-Wahlkampf 2008 ist an Spannung kaum zu überbieten. Doch er ist nicht nur spannend, sondern auch unterhaltsam. Es vergeht kaum eine Woche, ohne einen verbalen Ausrutscher der Bewerber.

Hillary Clinton beispielsweise, brüstet sich mit ihrer Erfahrung und zählt insbesondere die Außenpolitik zu ihren Stärken. Mitnichten. Mrs. Clinton kam ganz schön ins Schwitzen als sie vor einiger Zeit nach dem Namen des neuen Präsidenten Russlands gefragt wurde. „Äh – Med – äh – Meddewedde, Neverdever, wie auch immer, ja“, lautete die verlegene Antwort der ehemaligen First Lady.

Eine weitere nette Geschichte hatte sie auf Lager, als sie davon erzählte, Mitte der Neunziger Jahre im Kriegsgebiet Bosnien von Scharfschützen angegriffen worden zu sein. „Eigentlich sollten wir feierlich empfangen werden, stattdessen mussten wir mit eingezogenen Köpfen rennen“, sagte sie während einer Rede. Einer ihrer Sprecher ruderte zurück: „Das stimmt zwar nicht, aber die Gefahr war allgegenwärtig.“ Amüsant!

Nicht zum Lachen, war indes ihr geschmackloser Vergleich zum Wahlkampf Robert Kennedys und dessen damaliger Ermordung. Zuvor wurde sie gefragt, warum sie denn nicht endlich aufgebe, da ihr Konkurrent Obama uneinholbar vorne liege. Die anschließende Bemerkung Clintons sollte wohl zum Ausdruck bringen, „Es kann ja noch alles passieren.“

Auch Barack Obama kommt nicht ungeschoren davon. Sein größter Fehltritt war wohl, sich mit Menschen zu umgeben, die seine Kampagne in Frage stellen. Wie im Falle des radikalen Pastors Jeremiah Wright, der einst ein großer Freund Obamas war. Der Priester der protestantischen Gemeinde Trinity Church of Christ in Chicago nimmt kein Blatt vor dem Mund, wenn es um Kritik an Weißen (oft zu recht) geht. Nun aber hat er einen Maulkorb verpasst bekommen.

Besser beraten wäre auch Obama, wenn er bei seiner kürzlichen Rede geschwiegen hätte. Bei dieser schien er etwas neben der Kappe gewesen zu sein. Obama erzählte von seinen Großvater, der im Zweiten Weltkrieg das Konzentrationslager Auschwitz befreite. Zu dumm, denn das KZ Auschwitz wurde von der Roten Armee und nicht von den Amerikanern evakuiert. Und es war nicht Obamas Großvater, der als GI an die Front mußte, sondern sein Großonkel und dieser stand vor den Toren Buchenwalds.

Und John McCain? Der Rentner unter den Kandidaten spricht schon mal vom „deutschen Präsidenten Putin“ oder er denkt die wahre Brutstätte des Terrors gefunden zu haben: „Alle Welt weiß, dass sich al-Qaida in den Iran begibt, dort trainiert wird und in den Irak zurückkehrt.“ – Peeep, falsch!

Schaun mer mal, wer als nächstes ins Fettnäpfchen tritt.

 

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