Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Das weiß ich spätestens seit der gestrigen Radtour an den Bärensee.

Die Sonne schien unermüdlich, kein Wölkchen weit und breit – das optimale Ausflugswetter also. Motiviert durchstöberte ich meinen Kleiderschrank. Tatsächlich, irgendwo zwischen den zig schwarzen T-Shirts kramte ich ein weißes Hemd hervor. Es wäre wohl Selbstmord gewesen sich draußen bei jener Hitze im dunklen Gewand blicken zu lassen.

Bei dem auserwählten Stück handelte es sich um ein weißes Shirt, das ich vor rund fünf Jahren im Hard Rock Café-Köln käuflich erworben habe und das seitdem unbenutzt in den Tiefen meines Schranks dahinvegetierte – eine Premiere also.

Bevor es durch Felder und Wälder ging, sammelte ich meinen Kumpel Matthias ein, der einige Hundert Meter weiter mindestens genauso motiviert in seinem Gärtchen ausharrte. Die Gartentür ging auf, ein Blick und es brach eine Mischung aus Gelächter und Entsetzen aus. Was war passiert?

Mein Radelpartner stand da, im klitzegleichen T-Shirt, weiß mit der gleichen „Hard Rock Café Cologne“-Aufschrift – Matthias zufolge, ein Hemd, das er ebenfalls jahrelang nicht der Öffentlichkeit präsentierte. Ich dachte, mich holen sie ab. Nach einer kleinen Diskussion trauten wir uns schließlich im Partnerlook auf die Straße.

Mit einer ganz bestimmten Assoziation im Hinterkopf, war es wahrlich nicht sehr angenehm, als schwules Pärchen belächelt zu werden. Nichtsdestotrotz war der vierstündige Ausflug toll und wir standen ganz tapfer zu unserer Entscheidung.

Hier das Beweisfoto: