Es war letztes Jahr, im Sommer. In einem maßgeschneiderten Feldanzug marschierte ich mit zwei Kameraden zum Einsatzort. Die Anspannung war groß, in Kundus konnte der Feind praktisch an jeder Ecke lauern. Und plötzlich ging es los, eine laute Explosion, zischende Kugeln, über uns ein Blackhawk-Hubschrauber der Amerikaner, das volle Programm also…
Okay, okay, da ging gerade die Fantasie mit mir durch. Diese Geschichte stimmt nur zum Teil, zum ganz kleinen Teil. Ich war nämlich tatsächlich mit zwei Gleichgesinnten im Feldanzug unterwegs, aber nicht in Afghanistan, sondern in baden-württembergischen Calw. Und auch was die Action anging, so hat sich das Ganze etwas anders zugetragen: Es war ein harmonischer Tag (jedenfalls im Sommer!), die Vögel zwitscherten und ganz in der Nähe marschierte ein Kindergarten-Trupp friedlich durch Felder – aus dem Militär-Jargon komme ich nun wohl gar nicht mehr raus.
Jetzt aber ernsthaft: Ich durfte als bekennender Bundeswehr-Verweigerer einen Soldaten mimen und zwar im Spielfilm „Nacht vor Augen“. In diesem Drama geht es um einen aus Afghanistan heimgekehrten Soldaten, der sein Kriegs-Trauma verarbeitet. In der Hauptrolle ist Hanno Koffler (Anatomie 2/Der Rote Baron) zu sehen.
Tolles Filmposter, aber wo bitte schön ist mein Name?!
Mein glorreicher Auftritt beschränkte sich auf rund zwei Minuten und ich darf wohl froh sein, wenn in jener Szene nicht nur meine Rückseite zu sehen sein wird – die in der Sonne schimmernde Glatze wird jedenfalls hervorstechen. Überzeugt habe ich sicherlich allemal und das ohne jeglichen Schauspielunterricht (ich hoffe, die Selbstironie wird spätestens an dieser Stelle wahrgenommen).
Fakt ist, dass ich noch immer auf die Ausstrahlung meiner ersten Gehversuche im Filmgeschäft warte. Sowohl die Produktionsfirma als auch der SWR sind nicht im Stande einen endgültigen Termin zu nennen. Unfassbar! Nun ja, bevor die ersten Kritiker in einschlägigen Magazinen, Zeitungen und TV-Sendungen über mich herfallen, genieße ich meinen Erfolg. Und wehe dem, der die Szene rausgeschnitten haben sollte!
Update folgt (hoffentlich in Kürze).






5 comments
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November 28, 2008 um 12:46
mediensucht
November 28, 2008 um 2:52
Bartek
Das stimmt definitiv, es war eine tolle Erfahrung.
November 29, 2008 um 4:43
Nino
Der Oscar ruft …
November 29, 2008 um 8:41
Bartek
Mindestens!
Oktober 17, 2009 um 12:49
Hollywood ich komme! «
[...] es endlich soweit! Dann kommt mein mit großer Spannung erwarteter Auftritt im deutschen Fernsehen. Wie schon einmal berichtet, hatte ich das Vergnügen in dem Film „Nacht vor Augen“ eine kleine, aber äußerst [...]