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Am heutigen eiskalten Donnerstagvormittag machte ich einen Abstecher nach Frankfurt, um genauer zu sein, an die Frankfuter Börse. An den Ort, an dem meine Wertpapiere gehandelt werden, denn diese werden nicht an jeder deutschen Börse geführt. Man muss sich bei einem Aktien-Kauf auf einen Markt festlegen, denn es gibt zahlreiche Börsen im Land und auch noch das Xetra-Verfahren, das elektronische Handelssystem. Ich war also sozusagen auf Hausbesuch.
Und wie ging es denn meinen BVB-Aktien an diesem Tag? Bescheiden könnte man sagen, beschissen würde eher passen. Seit meiner letzten überschwänglichen Gemütsverfassung ging es mit der Aktie abermals rapide bergab. Das gestrige Aus der Schwarzgelben gegen Werder Bremen im DFB-Pokal untermauert die aktuelle Situation. Doch Sorgen bereitet nicht nur das sportliche Auftreten der Mannschaft, das gestrige Spiel wurde zudem von einem Todesfall überschattet. Ein Mann stürzte von der Tribüne und verstarb wenig später im Krankenhaus.
Der Ausflug an eine der größten Börsen für Wertpapiere der Welt hat sich gelohnt. Als Laie, aber Großaktionär – eine Tatsache, die ich zu gerne immer wieder betone -, habe ich mein Shareholder-Wissen um einiges erweitern können. Ich habe erfahren, dass mich mein eigenes Unternehmen hintergangen hat! Und wie! Bei meinem Einstieg in die Aktienwelt sah ich es bildlich vor mir: die erste Aktie eingerahmt, an der Wand. „Gibt’s nicht mehr“, hieß es von meiner Bank, „Aktien in Papierform werden nicht mehr gedruckt Herr Langer.“

Von wegen! In Frankfurt erzählte man was anderes und dabei bezog man sich explizit auf die BVB-Aktie! Ich bleibe dran, die Rüge wurde gerade eben auf dem elektronischen Postweg an meine Direktbank verschickt.
Stichwort gedruckte Aktien: Angeblich sollen es besonders die Beate Uhse-Aktien in sich haben. Auf diesen sind – wen wundert’s – leichtbekleidete Damen abgebildet. Hält man das Wertpapier ans Licht, verlieren die Damen auch noch das letzte Stück Stoff.
Womit kann ich noch prallen, ohne zu tief in die Materie abzuschweifen. Achja, der Bulle und der Bär, die beiden Symbole der Börse. Der Bulle steht bekanntlich für steigende Kurse, der Bär folglich für sinkende. Doch wie kommt das, durch was wird dieses Sinnbild gerechtfertigt? Es geht um die Kampftechnik der beiden Tiere. Der Bulle wirft den Kontrahenten mit seinen Hörnern hoch in die Luft, der Bär indes ringt seinen Gegner nieder, daher also Hoch und Tief.
Und was sind Blue Chips? Das sind Unternehmen mit besonders hohem Wert, bei uns die DAX-Unternehmen. Und der Name geht zurück auf die blauen Jetons in Casinos, die eben den höchsten Wert haben. Gut, dass ich mich während der Führung bei dieser Frage zurückgehalten habe, ich wollte nämlich loslegen und was von Basketball verzapfen.
UPDATE: Inzwischen habe ich eine Antwort von Cortal Consors erhalten. Demnach ist die BVB-Aktie als Globalurkunde verbrieft. Bei dieser Aktie gibt es keine Einzelurkunden, die an die Aktionäre effektiv ausgeliefert werden können. Schade!
In der aktuellen Ausgabe der TV-Zeitschrift meines Vertrauens brüstet sich das Expertenteam damit, die Formel für den sicheren Oscar entdeckt zu haben. In der TV-Movie werden fünf Filme vorgestellt, Filme, die das Zeug haben bei der 81. Oscar-Show am 22. Februar in Los Angeles den begehrtesten Preis der Filmindustrie abzuräumen und zwar in der Kategorie „Bester Film“.
Bislang habe ich drei von ihnen kritisch unter die Lupe nehmen dürfen. Dazu gehört das Drama „Zeiten des Aufruhrs“, das in der TV-Movie als heißester Kandidat für den Sieg bei der Oscar-Gala gehandelt wird. Von viel Gefühl ist die Rede, dafür gibt es gleich zehn Taschentücher als Bewertung. Mir fehlte nicht einmal eines davon und das obwohl ich ziemlich nah am Wasser gebaut bin.
Mag sein, dass das Traumduo Hollywoods Kate Winslet/Leonardo Di Caprio schauspielerisch überzeugt, die Handlung an sich ist jedoch recht langatmig. Die beiden leben in Connecticut der fünfziger Jahre, beide haben große Träume, beide möchten dem öden Alltag in einer Vorstadt entfliehen, sich aus gesellschaftlichen Zwängen befreien. Das ganze mündet schließlich in einer Hassliebe mit tödlichem Ende.
Gefolgt wird das Ehedrama von einer weiteren Tragödie, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit Brad Pitt und Cate Blanchett in den Hauptrollen. In der bewegenden Verfilmung der 1921 erschienenen Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald altert der Protagonist Pitt rückwärts. Er kommt also als Greis auf die Welt und stirbt schließlich als Säugling. Ich muss zugeben, hier flossen eindeutig mehr Tränen. Und auch die Geschichte ist interessant, weil ungewöhnlich.
„Slumdog Millionaire“ rangiert an fünfter Stelle in der Fernsehzeitung und ist gewissermaßen ein Geheimfavorit. Er wurde zwar bei den diesjährigen „Golden Globe Awards“ ausgezeichnet, doch ist er kein idealer, ja kein typischer Oscar-Kandidat. Die englisch-indische Co-Produktion gewährt einen schonungslosen Einblick in die Unterwelt Indiens.
Der Plot: Jamal, ein Jugendlicher aus den Slums Mumbais, sitzt in der Spielshow „Wer wird Millionär“. Er ist bei der letzten Frage, als er verdächtigt wird geschummelt zu haben. Auf der Polizeiwache muss sich der junge Mann für seine richtigen Antworten rechtfertigen. Dabei erzählt er von seinem Leben und den Situationen, durch die er auf die Lösungen gekommen ist. Und dann ist da noch seine große Liebe… Ja, diesmal gibt es ein Happy-End.
Ich habe mich auch schon festgelegt: Mein persönlicher Favorit für den Oscar ist – wie soll es anders sein, ein Drama. „7 Leben“ mit Will Smith ist ein herzzereissender Film über einen Mann, der bei einem Autounfall seine Frau sowie sechs weitere Menschen in den Tod reißt. Der hoffnungslose, niedergeschlagene Protagonist hat nur noch den eigenen Tod im Sinne. Doch davor möchte er sieben Menschen das Leben retten.
Will Smith verkörpert die Rolle des lebensmüden Wohltäters außerordentlich gut, sein trauriger Blick spricht Bände. Ein toller Film – auch wenn ich knapp die Hälfte aus sensibilitätstechnischen Gründen nur verschwommen gesehen habe. Anschauen und mit Tempos bewaffnen!
Seit rund einer Woche ist die erste Ausgabe der umstrittenen Zeitschrift „Zeitungszeugen“ auf dem Markt. In Bayern stellt sich die Frage, wie lange noch? Wenn es nach unserem Nachbar geht, soll das Blatt, das Abdrucke von Zeitungen aus der NS-Zeit enthält, keine Zukunft haben. Dafür macht sich das bayerische Finanzministerium stark.
Dieses hält die Rechte an dem Eher-Verlag, dem einstigen Verlag der NSDAP. Denn nach dem Krieg ging das gesamte Vermögen des Eher-Verlags inklusive der Lizenzrechte für die NS-Blätter auf den Freistaat Bayern über. Die entsprechende Zuständigkeit dafür obliegt bis heute dem Finanzministerium in München.
Das Finanzministerium untersagt seit jeher jegliche Abdruckgenehmigungen von Zeitungen aus der NS-Zeit. Dies geschehe zum einen aus Respekt vor den Opfern des Holocaust und zum anderen wolle man einer weiteren Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts vorbeugen, so das Ministerium.
Seltsam ist eines: Als die Reihe in Österreich erschien, gab es keinerlei Einwände seitens des Amts.
FERTIG! Nach vielen Stunden schweißtreibender Arbeit ist das Interview mit dem Kapuzinermönch Bruder Paulus nun online als pdf-Datei zu haben und zwar hier. Da das Gespräch über knapp fünf Seiten geht, habe ich mich entschieden jenes nicht direkt im Blog zu publizieren.
Der Ordensmann erzählt im Interview, warum er mit 16 Jahren sein gesamtes Hab und Gut verschenkt hat, wieso er verrückt genug war, um ins Fernsehen eingeladen zu werden und weshalb er der Meinung ist, dass Muslime zwangsläufig die Steinigung von Ehebrecherinnen tolerieren.
Im Westen Stuttgarts geht die Angst um. Rechtschaffene Studenten – wie mein werter Kommilitone – werden um ihre Tageszeitung gebracht, diese wird einfach aus dem Briefkasten entwendet. Es gibt keine Zeugen und auch vom Täter fehlt jede Spur. Doch bevor man den dreisten Dieb morgens um sechs, im Treppenhaus auflauert, versucht man ihm erst einmal ins Gewissen zu reden. Das geht dann etwa so:

Wenn alle Stricke reißen sollten, empfiehlt sich der Rat eines Yahoo-Clever-Nutzers, der auf die Frage eines Kameraden, was er denn tun könne, wenn ihm zwei bis drei Mal in der Woche die abonnierte Zeitung aus dem Briefkasten geklaut werde, folgende Antwort wusste:
„Ich empfehle da die Taktik aus dem Film „Der bewegte Mann“. Nimm dir einen x-beliebigen Nachbar (am besten einen, der schwächer ist, als du) zur Brust. Erkläre ihm, dass deine Zeitung geklaut wird und er von nun an verantwortlich dafür ist, dass jeden Tag eine Zeitung bei dir im Kasten steckt. Sollte dies nicht der Fall sein, gehst du davon aus, dass er sie genommen hat und er somit die Konsequenzen zu tragen hat.“
Schnappe ihn dir, Danny-Boy!
Versprochen ist versprochen: Gerade eben bin ich aus dem verschneiten Dieburg zurückgekehrt und mitgebracht habe ich ein Interview mit dem Kapuzinermönch Bruder Paulus. Bevor es für ihn von kommender Woche an auf große Werbe-Tour für sein aktuelles Buch „Das Leben findet heute statt“ durch die Talkshows der Nation geht, nahm sich Bernd Terwitte, wie der Ordensmann mit bürgerlichen Namen heißt, Zeit um meine Neugier zu stillen.
In einer gemütlichen Gesprächsrunde im Dieburger Kapuzinerkloster erzählte er von seinem Weg zu Gott, von seiner Karriere als TV-Mönch sowie von seinem Verhältnis zum Islam. Das Interview folgt in Kürze, zunächst muss das 70-minütige Material gesichtet werden.
STAY TUNED!
Man guckt hin und kann es nicht glauben: Nazi-Propaganda in einer deutschen Zeitung, ganz ungeniert und völlig legitim und wir haben nicht mal April!
Ja, jenes Szenario gibt es tatsächlich an deutschen Zeitungskiosken. Der britische Verleger Peter McGee bringt unter dem Namen „Zeitungszeugen“ alte NS-Kampfblätter aus den Jahren 1933 bis 1945 als Faksimile in die Regale. Von gestern an darf sich jeder für 3,90 Euro die geschichtlichen Großereignisse von Hitlers Machtergreifung bis zum Weltkriegsende durch zeitgenössische Kommentare und Schlagzeilen selbst „erlesen“.
Drei Zeitungen vom 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Adolf Hitler Reichskanzler wurde, werden in der Startausgabe vorgestellt. Die nationalkonservative „Allgemeine Deutsche Zeitung“, das Kommunistenblatt „Kämpfer“ sowie die von Joseph Goebbels herausgegebene NS-Gauzeitung „Der Angriff“ in der er in seiner ersten Kolumne mächtig auf den Putz haut und vom „Reinen Tisch machen“ schreibt.
Die Kritik an diesem gewagten Wochenblatt hält sich bislang in Grenzen. Charlotte Knobloch etwa, die Präsidentin des Zentralrats der Juden, hat sich zwar skeptisch geäußert, doch so richtig dagegen ist die Dame auch nicht.
Weil es eben eine heikle Sache ist, Nazi-Propganda jedem zugänglich zu machen, hat sich McGee abgesichert und den Segen von zahlreichen deutschen Geschichtswissenschaftlern geholt, die der Reihe das Unbedenklichkeitssiegel verliehen.
Insgesamt wird es 51 Ausgaben von „Zeitungszeugen“ geben, also rund 150 nachgedruckte Zeitungen.
Es geht Schlag auf Schlag: Die „Heiliger BimBam“-EP ist so gut wie unter Dach und Fach. Nun wird auch das erste Video zu „Dirty Diana“ unter das Volk gebracht. Lasst euch das Masterpiece von Binjam featuring Tobias Tan von den Titans nicht entgehen!
„Dirty Diana“ wird zudem in der DasDing-Netzparade promotet. Also nichts wie hin und gebt eure Stimme für das Duo ab!
Hier das Video, voilà:
Von nun an wird sich auch musikalisch hier etwas tun. Ich werde gelegentlich Audio-Dateien im mp3-Format zur Verfügung stellen. Und ja, zu meiner eigenen Enttäuschung, nur legale Files. Denn Raubkopierer sind nun mal Verbrecher! Und anständige Bürger wie meine Wenigkeit unterstützen durch regelmäßige CD-Käufe gerne die angeschlagene Musikindustrie, Amen (mein Gesicht läuft gerade rot an – woran das liegen mag).
Zwei Dateien sind bereits online. Es handelt sich um den Song “Du bist nicht allein” von Binjam sowie um den Radio-Beitrag für den Hessischen Rundfunk über den Konvertiten Volker Ahmed Qasir. Enjoy!
Nach dem Selbstmord des 74-jährigen Industriemoguls Adolf Merckle am Montagabend, recherchierte ich heute zum Thema Schienensuizid. Dabei stieß ich auf das Freitod-Forum und wurde Zeuge folgender Unterhaltung zweier Mitglieder, die ich kommentarlos belasse:
HANS:
„Ich habe mir überlegt, dass es eine relativ sichere Methode sein müsste, sich vor einen Zug zu werfen. Die Notbremse wird wohl nicht mehr rechtzeitig wirken und auch die Gefahr, das ganze verletzt zu überleben ist, denke ich, nicht sehr groß. Das einzige Problem, das ich sehe ist: Mich könnte der Mut verlassen und ich bleibe neben dem Gleis stehen, wenn der Zug kommt. Was haltet ihr davon?“
ZARAHUSTRA
hält viel von dieser Idee und geht sogar einen Schritt weiter: „Aber wenn du überlebst… naja, versuch mal, Selbstmord zu begehen, wenn du vom Hals abwärts an gelähmt bist. Sicherer ist es, den Kopf auf die Schienen zu legen und vom Zug abtrennen zu lassen. Aber wenn du schon eine so rabiate Methode in Erwägung ziehst, würde ich dir doch empfehlen, irgendwo runterzuhüpfen…“





