Seit rund einer Woche ist die erste Ausgabe der umstrittenen Zeitschrift „Zeitungszeugen“ auf dem Markt. In Bayern stellt sich die Frage, wie lange noch? Wenn es nach unserem Nachbar geht, soll das Blatt, das Abdrucke von Zeitungen aus der NS-Zeit enthält, keine Zukunft haben. Dafür macht sich das bayerische Finanzministerium stark.

Dieses hält die Rechte an dem Eher-Verlag, dem einstigen Verlag der NSDAP. Denn nach dem Krieg ging das gesamte Vermögen des Eher-Verlags inklusive der Lizenzrechte für die NS-Blätter auf den Freistaat Bayern über. Die entsprechende Zuständigkeit dafür obliegt bis heute dem Finanzministerium in München.

Das Finanzministerium untersagt seit jeher jegliche Abdruckgenehmigungen von Zeitungen aus der NS-Zeit. Dies geschehe zum einen aus Respekt vor den Opfern des Holocaust und zum anderen wolle man einer weiteren Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts vorbeugen, so das Ministerium.

Seltsam ist eines: Als die Reihe in Österreich erschien, gab es keinerlei Einwände seitens des Amts.