Mit einer Glatze fällt man auf. Es gibt aber Tage, an denen fällt man besonders auf. Am Freitag in Ulm war so ein Tag. Es war der 1. Mai, der „Tag der Arbeit“, ein Tag, an dem man üblicherweise auf die Barrikaden geht – zumindest als Linksradikaler. Auch die NPD zog es an diesem Tag auf die Straße. Stress war also vorprogrammiert, in Ulm herrschte Ausnahmezustand.
AUSZUG AUS SPIEGEL-ONLINE:
Berlin – In Ulm geriet an diesem 1. Mai der Polizei die Lage fast außer Kontrolle. Bei der Konfrontation zwischen rund tausend NPD-Mitgliedern und mehreren Tausend Gegendemonstranten kam es zu schweren Krawallen. Rund um den Bahnhof wurden Mülltonnen in Brand gesteckt und Autos beschädigt. Steine und Flaschen flogen und verletzten mehrere Polizisten und zahlreiche Demonstranten. Auch ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur dpa ist unter den Verletzten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Gruppen auseinander zu treiben. Nach Angaben der Beamten kamen die Angriffe aus dem linken Lager.
Mittendrin fand ich mich wieder, nicht auf der linken und schon gar nicht auf der rechten Seite. So manchem Ulmer fiel es allerdings schwer meine Person richtig zuzuordnen, was ich auch nicht unbedingt verübeln kann. Es wurde genuschelt und getuschelt. „Guck mal, des isch au einer von denen“, hieß es da des öfteren hinter meinem Rücken.
Vielleicht sollte ich mir bis zum nächsten Mal ein T-Shirt zulegen, Aufschrift: „Ich bin kein Nazi!“.






5 comments
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Mai 4, 2009 um 3:01
Nino
Als ich den Titel das erste mal gelesen habe, habe ich „Mit Matze hat man es nicht leicht“ gelesen …
Mai 4, 2009 um 3:59
Bartek
Haha, das ist aber auch naheliegend!
Mai 29, 2009 um 8:41
Mr. Brown
Hahaha, mit Glatze hat man es nicht leicht… ja da hast du recht. Auch wenn man aus offensichtlichen Gruenden nicht fuer einen Nazi gehalten wird -oder gehalten werden kann – gibt es immer wieder Situationen in denen man denkt „mit vollem Haupthaar haette ich in diesem Moment wohl keinen Anflug von Unbehagen verspuehrt“ – du weisst schon, wenn eine Gruppe anfaengt von Haarschnitten, Friseur-Terminen und Shampoo zu reden und auf einmal alle zahlreiche Gesichter amuesierte Blicke auf einen wenden. Ain’t miss a good thing ’til it’s gone…
Mai 29, 2009 um 9:09
Bartek
Du sagst es, manches weiß man erst in Nachhinein zu schätzen.
Und wenn jene Blicke auf mich fallen, versuche ich mit einem selbtsironischen Witz einem „schmerzhaften“ Spruch zuvor zu kommen.
Mai 30, 2009 um 1:33
Mr. Brown
… und das Schlimmste: Jene Frohnaturen glauben auch noch, dass ihr kleiner Spruch wirklich kreativ und orginell ist! Aber gut, dass du mit der guten alten 8-Mile Abwehr-Technik vertraut bist!