You are currently browsing the monthly archive for Juli 2009.
Heute habe ich meine S-Bahn in Esslingen verpasst. Zum Glück tauchte eine Kollegin auf, die mich dann zum Hauptbahnhof nach Stuttgart kutschierte. Als meine Tätowierung auf der Innenseite des rechten Arms zum Vorschein kam, fiel natürlich die Frage: „Was ist denn das da?“
Ich: „Ja, ‘Makaveli The Don’, war ein Pseudonym meines Lieblings-Rappers, der inzwischen nicht mehr am Leben ist, 2Pac hieß er, vielleicht sagt dir der Name etwas.“
Sie, die als Auslandskorrespondentin einige Jahre in Italien lebte: „Klar kenne ich den, 2Pac habe ich sogar einmal auf einer Modenschau in Mailand gesehen. Dort hat er ein kleines Konzert gegeben.“
Ich: Geschockt, sprachlos, neidisch…
Kaum ausgeloggt, gibt’s erneut einen Grund zu schreiben: Das ZDF zeigt gerade eine Sondersendung zum Abschied von Wiedeking.
Und wer wird nach einer Einschätzung und Prognose zu Porsche befragt? Niemand geringeres als die Leonberger Kreiszeitung!
Denn: Das Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach ist bekanntlich nur einen Katzensprung von Leonberg entfernt.
Und da Weissach über keine eigene Tageszeitung verfügt, deckt folglich das Leonberger Blatt die Gemeinde ab. Nichtsdestotrotz wollte ich hiermit den heimischen Qualitätsjournalismus erwähnt haben…

Der folgende anonyme Dialog entstand irgendwann im Laufe des heutigen Abends, nach den dramatischen Ereignissen in Stuttgart-Zuffenhausen:
*****
„Du, hast’s schon gehört, der Wiedeking wurde heute entlassen.“
„Aha und aus welchem Grund war er denn im Gefängnis?“
SPIEGEL-ONLINE Schlagzeile, 22. Juli 2009:
Meinetwegen Ralph, ich bin dabei!
Der erste Tag bei den Twitterern, was geht so ab? Stalken wir ein wenig herum. Hier vermutlich ganz gewöhnliche, alltägliche Statements der Prominenz, die nur so sprühen vor gehaltvollen Informationen, weltbewegenden Fragen und tiefsinnigen Weisheiten:
Basketball-Legende Michael Jordan etwa twittert schon mal beim Essen: „Eating Risotto and a Salad.“
Mariah Carey ist indes etwas produktiver: „In the studio, yet again.
„
Und Rapper Chamillionaire macht Feierabend: „Leaving the studio….I guess I’ll hit the club tonight instead of beatin yall at bowling…“
Britney Spears hat die Arbeit noch vor sich: „Went for a boat ride with my boys. Sweden is one of the most beautiful places in the world! Back in the studio with Max! Tmw Helsinki – Brit.“
Viel um die Ohren, hat derzeit auch Gouverneur Schwarzenegger im krisen-geschüttelten Kalifornien: „Starting another meeting with all the legislative leaders.“
Def Jam-Mitbegründer Russell Simmons haut eine Weisheit nach der anderen raus: „Perseverance means more than endurance more than simply holding on until the end Fight the good fight of faith. Pure faith promotes miracles“ oder: „Best way to get what u „want“ is to give it to others. ..BEST (Most direct) way to make money is make it for others.“
Und Rapper Noreaga, der nonstop twittert – so scheint es jedenfalls – stapelt tief oder steckt derzeit in der Midlife-Crisis: „Everybody wit everyday regular jobs that wake up in the morning and go to work I salute u cause u r the real hero’s.“ Um sich ein wenig abzulenken, wird dann die Glotze eingeschaltet: „Watching money talks until king of queens comes on at 4.“ Verdient hat sich Nore die Pause allemal, denn zuvor hat er sein Pensum erfüllt: „Just finished writing 3 songs!!! Have to rest my brain and my hand right now!!!“
Zum Abschluss widmet sich Chamillionaire den relevanten Dingen des Lebens: „What do you think will come after Twitter? What will take it’s place like Twitter did myspace?“ Und da offenbar niemand in jene interessante Diskussion einsteigen möchte, gibt sich der Südstaaten-Rapper die Antwort selbst: “Twittspacebook.”
Ja, der ganz normale Wahnsinn eben.
Ist George Friedman etwa auch ein Verschwörungstheoretiker, der in seinem Buch „Die nächsten 100 Jahre – die Weltordnung der Zukunft“, die Menschheit in der Hand von gierigen Bankiers sieht? Schaun mer mal, ich bin schließlich erst beim Prolog angelangt.
Jedenfalls, wirft der Politik-wissenschaftler und Experte für Geopolitik – wie der Buchtitel schon sagt – einen Blick in unsere Zukunft. Doch wie macht er das denn? Ist da ein neuer Nostradamus am Start? Ist Friedman gar im Besitz einer Kristallkugel? Nein, nicht ganz, letzteres streitet er zumindest bereits im Vorwort ab.
Friedman, auch Geschäftsführer der Denkfabrik STRATFOR, beschreibt sein politisches Frühwarnsystem folgendermaßen: „Was ich habe, ist eine Methode, die mir – trotz aller Unvollkommenheit – beim Verständnis der Vergangenheit und beim Blick in die Zukunft gute Dienste geleistet hat. Ich sehe meine Aufgabe darin, hinter der scheinbaren Unordnung der Geschichte eine Ordnung zu erkennen und zu prognostizieren, welche konkreten Ereignisse, Tendenzen und Technologien diese Ordnung hervorbringen wird.“
Friedmann analysiert also die vergangenen Jahrhunderte, benennt die wichtigsten Entwicklungen der Gegenwart und leitet daraus ab, was uns in den kommenden Jahrzehnten erwartet.
Dass er sich dabei irren wird und dass nicht alles so zutrifft, wie er es skizziert, verstehe sich von selbst, erläutert der Autor, der sich als „konservativen Republikaner“ beschreibt.
Also gut, nächster Halt Kapitel 1: „Das Amerikanische Zeitalter“.
Nach der Selbstreflexion habe ich inzwischen in den dunklen Ecken und verwinkelten Gassen des weltweiten Netzes nach weiteren Einschätzungen und Meinungen zu der Dokumentation geforscht. Dabei bin ich auch auf die Online-Version der Doku gestoßen, guckst du:
Alex Jones, Journalist, Autor und – wie könnte es anders sein - Verschwörungstheoretiker führte bei der Dokumentation Regie. Das schreibt Wikipedia über den Aufständler.
Nun aber zurück zu den Stimmen, die sich zu „Der Obama Schwindel“ äußerten, respektive was sie so gezwitschert haben. Denn, recherchebedingt, ich wiederhole, jawohl ausschließlich recherchebedingt habe ich mich in das Wohnzimmer der wohl bekanntesten Mikro-Blogger gewagt.
Was die Damen und Herren von CNN können, das kann ich schon lange. Die Profis haben nämlich mit dem sozialen Netzwerk Twitter eine weitere Informationsquelle erschlossen.
Hier ein kurzer Auszug aus einer aktuellen Debatte von – meiner persönlichen Einschätzung nach – Leuten, die mindestens mit dem TIME-Magazin unterm Kissen schlafen:
matthew_nl brachte es nochmal auf den Punkt: „dear Mr. Obama… I don’t see anything changing… are you nothing more than a deception? Or are you a Wall Street puppet?“
Und überzeugte damit endgültig YnkyDodl: „I have to admit I believe the Obama Deception!“
Während Cwizzproduction Oprah Winfrey ins Spiel brachte: „man my mom watchin some religious show, dey sayin oprah n obama causin the new world order“,
überraschte wakeup1442 mit einem völlig neuen Aspekt: „Obama is a Nazi Obama’s New World Order!“
P_CROOK fasste es ganz lakonisch zusammen: „Man fuck barack obama and the new world order!“
Und mootante meinte schließlich dazu: „Es que tienen que ver The Obama Deception, solo les tomara una hora con cincuenta y un minutos.“ Ich habe aber keine Ahnung was er eigentlich damit sagen wollte…
Gelohnt hat sich mein Abstecher also allemal. Recht zuversichtlich wage ich zu sagen, das war nicht die letzte Exkursion ins Twitterland!
Ausgeschlafen und mit dem notwendigen nüchternen Blick für das politische Weltgeschehen geht es nun ins Detail.
Rund acht Monate nach seinem Wahlsieg hat der Hype um Barack Obama zwar etwas nachgelassen, trotzdem ist der Politiker für das Gros der Menschheit immer noch ein Hoffnungsträger.
Die Dokumentation „Der Obama Schwindel“, ja, der Film aus der vergangenen Nacht, bezichtigt den 44. US-Präsidenten jedoch der Lüge. Hier nun die wichtigsten Erkenntnisse über den Mann, der angeblich von einer Organisation gesteuert wird, die die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Sämtliche Vorwürfe wurden selbstverständlich gefactchecked – ich liebe dieses Wort!
Zunächst einmal versprach Obama mit der verbockten Arbeit seines Vorgängers George Bush aufzuräumen. Während seines Wahlkampfes beharrte er darauf, nach seiner Amtseinführung die US-Truppen unverzüglich aus dem Irak abzuziehen. Was passierte? Aus der Deadline von sechs Monaten wurden 16, die Obama dann auf 23 Monate verlängerte. Inzwischen wird der Abzug bis Ende 2011 angepeilt.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf Obamas Agenda war die Schließung des Guantanamo-Gefängnisses. In der ersten Woche seiner Legislaturperiode besiegelte er scheinbar mit einem Erlass die Aufgabe der Haftanstalt. In Wahrheit ging es jedoch in diesem Papier lediglich um eine Option, das Gefängnis innerhalb eines Jahres schließen zu wollen.
Ferner erlaubt jener Erlass immer noch die Praxis der geheimen Verhaftungen und Entführungen potentieller Terroristen, die somit weiterhin ins Ausland ausgeflogen und dort der Folter ausgesetzt werden dürfen.
Barack Obama sprach sich auch gegen den „Patriot Act“ aus – zumindest vor der Amtseinführung. Als Präsident stimmte er wiederum für die Legalisierung des Gesetzes, das die Amerikaner in ihren Bürgerrechten enorm einschränkt.
Auch was die Neuverhandlung des NAFTA-Freihandelsabkommens angeht, machte Obama einen Rückzieher. Anfänglich – also vor seinem Sieg – versprach er der amerikanischen Arbeiterschaft das Abkommen gerechter für sie zu gestalten. Dann wurde aber bekannt, dass jene Aussage nichts weiter als ein Lippenbekenntnis war. Obamas Sprecher redeten von „Wahlkampfrhetorik“, die nur im Sinne hatte, Wählerstimmen zu sichern.
Der 44. US-Präsident sprach auch davon, die Regierung in Washington zu säubern uns sie von Lobbyisten zu befreien. Nach der Amtseinführung besetzte er jedoch zahlreiche Positionen im Weißen Haus und im Regierungsstab mit notorischen Geldgebern.
Um nur einige Übeltäter zu nennen: Da wäre beispielsweise William Lynn, bekannter Lobbyist des Rüstungskonzernes Raytheon. Lynn wurde zum stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt. Timothy Geithner, ehemaliger Präsident der Federal Reserve Bank von New York, wurde zum Finanzminister gewählt. Geithner hat daraufhin seinerseits diverse Positionen im Finanzministerium mit Lobbyisten, darunter mit Interessenvertretern der Goldman Sachs Group besetzt.
Als Lobbyist der saudischen Königsfamilie wurde George Mitchell zum Nahost-Beauftragten berufen. Top-Lobbyist der Wall Street, Leon Panetta, wurde zum neuen CIA-Chef ernannt und Tom Daschle, langjähriger Interessenvertreter der Gesundheitsindustrie, durfte sich über den Posten des Gesundheitsministers freuen, ehe er aufgrund eines Verstoßes gegen das Steuergesetz zurücktreten musste.
Dem Historiker und Geo-Analytiker Webster Tarpley und dem Ökonomen George Humphrey zufolge ist Barack Obama jetzt schon eine gewaltige politische Enttäuschung der letzten Jahrzehnte.
Über die beiden Experten, die in dem Film ihre Ansichten zum Ausdruck bringen, sollte noch folgendes gesagt werden: Beide Sachkenner, sowohl Tarpley als auch Humphrey sind überzeugte Verschwörungstheoretiker, die unter anderem auch die Anschläge am 11. September der US-Regierung anlasten.
Obwohl sie demnach gewissermaßen befangen zu sein scheinen was den gesamten Tenor des Films angeht, ist es durchaus sinnvoll für einen liberalen Menschen durch die Dokumentation über den Tellerrand hinaus zu blicken. Auch schadet es nicht über die andere etwas unpopuläre und bis dato verkannte Seite des Barack Obama Bescheid zu wissen. Jede Medaille hat bekanntlich mindestens zwei Seiten. Mit dem erhobenen Zeigefinger verabschiede ich mich nun.
Na gewiss doch, wozu eine Passage im vorangegangenen Eintrag quetschen, wenn ich mir hier stolz übers dichte Haar fahren und denken kann, mit einem neuen Beitrag hast du wieder was für deinen Blog getan!
Aber zurück zum Ernst des Lebens: Es ist kurz nach drei, ich bin noch wach und die Dramaturgie des Films nimmt gerade ihren Lauf. Während Obama als Lügner entlarvt wird, bin ich mit der halben Hirnhälfte in der Wikipedia-Datenbank.
Für alle Interessierten, hier ein Artikel über die letzte Konferenz der Bilderberger, erschienen in der Frankfurter Rundschau.
Zwei Dinge sind mit schleierhaft. Obwohl sich die Bilderberger nicht unbedingt vor der Öffentlichkeit verstecken, zumindest was die regelmäßigen Treffen angeht, kann ich nicht nachvollziehen, weshalb sie so wenig präsent sind in den Medien.
Der zweite Punkt hängt unmittelbar mit dem ersten zusammen. Wie aus dem Rundschau-Artikel hervorgeht und was auch im Wikipedia-Eintrag nachzulesen ist, sind auch stets Journalisten unter den Teilnehmern der Konferenz. Berufsbedingt frage ich mich, was tun sie dort und warum berichten sie nicht über jene Treffen?
Hmm, ist es doch das tolle Büffet, was sie paralysiert und folglich arbeitsunfähig macht? Wenn’s um kostenlose Verpflegung geht, stehen Journalisten an vorderster Front, heißt es bekanntlich.
Ob das Kennedy-Attentat, die Anschläge vom 11. September oder die Ermordung von Tupac – ich muss zugeben, Verschwörungstheorien fesseln mich.
Augenblicklich bin ich dabei ein weiteres Geheimnis zu lüften. Es geht um Barack Obama, es geht um die USA, ach was, es geht um die Welt, um eine neue Weltordnung.
Die Dokumentation mit dem Titel „The Obama Deception“, was übersetzt „Der Obama Schwindel“ heißt, handelt von einer global agierenden Organisation namens die Bilderberger.
Die Mitglieder, zumeist einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Militär und vor allem aus der Bankenwelt, der Wall Street, sollen die wahren Strippenzieher hinter den Regierungen sein. Was auf ihrer Agenda steht, wird auch in die Tat umgesetzt.
Besonders brisant: Barack Obama soll eine Marionette jener Vereinigung sein, die im Verborgenem operiert. Der US-Präsident soll systematisch aufgezogen worden sein. Und jetzt an der Spitze, als der vermeintlich mächtigste Mann der Welt, tanzt er nach der Pfeife der Bilderberger.
Und Obama soll nicht der erste US-Präsident sein, der von diesen Schattenmännern gelenkt wird. Das letzte Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten, das souverän das Land regierte, wurde 1963 in Dallas erschossen – wobei wir wieder bei JFK wären. Und da Kennedy politisch gesehen gegen den Strom schwamm, wurde er liquidiert. Auf wessen Anordnung? Richtig, auf die der Bilderberger.





