Was für eine Frechheit, dachte ich mir heute morgen in der S-Bahn, als ich den SPIEGEL-Artikel „Carpe Mortem“/Ausgabe 28, las. Der Autor beschäftigt sich darin mit Michael Jacksons Tod und dessen erbarmungsloser Vermarktung.

Bevor er Jacko in höchsten Tönen lobt was seine professionelle Arbeit angeht, bringt er Tupac ins Spiel und schreibt folgendes: „Doch Jackson war eben kein Rapper, der sich in der Flughafenlobby mal ein paar Reime einfallen lässt und sie vor dem Essen noch schnell aufnimmt“.

Was ist denn da los in Hamburg? Das geht ja gar nicht! Gibt’s da keinen Rap-Beauftragten, der nach diesem Absatz auf die Barrikaden hätte gehen müssen? War Tupac nicht der Poet schlechthin, der bis heute seinesgleichen sucht? Schon der Wikipedia-Eintrag hätte Licht ins Dunkel bringen müssen, dort heißt es: „In Hip-Hop-Kreisen wird 2Pac eine unverwechselbare, lyrische Fähigkeit im traditionellen Sinn von Literatur zugesprochen.“

Was bedeutet dieser Lapsus nun? Einerseits nutzt die SPIEGEL-Redaktion offensichtlich Wikipedia nicht, was man ihnen eigentlich hoch anrechnen sollte. Andererseits hat sie von Rap nicht die geringste Ahnung!