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Ich weiß nicht, vielleicht werde ich mir das neue Album von „Tokio Hotel“ doch nicht zulegen. Nachdem ich die äußerst destruktive Rezension auf amazon.de gelesen habe, bin ich aus allen Wolken gefallen. Das Schlimmste: Die Musik klingt jetzt auch noch nach Hip-Hop, das geht gar nicht…


Da grinst er, der Steini und lässt das Modell-Flugzeug hoch in die Luft steigen. Wozu sich den Stress als Kanzler geben, nicht wahr? Die Marketing-Leute von „Conrad Electronic“ scheinen viel Humor zu haben. Und auch hellseherische Kräfte. Denn: Nach dem Wahldebakel ver-zichtet Frank-Walter Steinmeier auf den SPD-Parteivorsitz. Dadurch wird sich Frankie wohl tatsächlich über mehr Freizeit in seinem Leben freuen dürfen.
Nach 16 Jahren im Amt, abermals bestätigt – herzlichen Glückwunsch Herr Schuler! Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl votierten rund 53 Prozent der 34.000 Stimmberechtigten für den Christdemokraten. Vor dem alten, neuen Schultheiß stehen somit acht weitere spannende Jahre in unserem schönen Leonberg – klingt fast schon nach einer PR-Mitteilung.
Wie auch immer, Dr. Bernd Murschel von den Grünen, schärfster Konkurrent des Dauer-OBs, konnte knapp 9.000 Wähler überzeugen. Andreas Schühle, Fahrzeugbaumeister im Gebrauchtwagenmanagement, musste sich mit rund 2.000 Stimmen begnügen.
Richtig Lust zu wählen, hatten auch die Leonberger nicht. Nicht einmal 70 Prozent der Berechtigten sind am Sonntag in die Wahllokale gezogen. Bei der Bundestagswahl fiel die Beteiligung auf ein Rekordminus von 70,8 Prozent. Ich war da und dich habe ich dort nicht gesehen!
Deutschland hat gewählt und sich für Schwarz-Gelb entschieden, was nicht unbedingt in meinem Sinne ist. Ich habe die Tierfreunde unterstützt – nicht nur mit dem Kreuzchen. Durch meine Zweitstimme wandern nun 70 Cent in die Kasse der Kleinpartei. Gern geschehen!
Heute habe ich die Ehre das Werk eines jungen, aufstrebenden Kollegen zu präsentieren. Der Journalist Minh-Duc Nguyen, derzeit bei FLUTER, schreibt im Gastbeitrag über zwei Freiburger, die nach Tansania gefahren sind – mit ihren Fahrrädern. Ihre Vision: Afrikanische Schulen mit alten Rechnern ausstatten.
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Zwei Monate sind vergangen, seit Andreas Drews wieder in Freiburg ist. Er hat sich rasiert und die Haare kürzen lassen. Die Gelassenheit, die er von seiner Afrikareise mitgebracht hat, erkennt man an seinem Auftreten, seiner Art zu reden. Und an seiner Verspätung. Eigentlich ist Andreas ein ganz normaler Student im sechsten Semester, Studiengang Mikrosystemtechnik, wenn er nicht vor einem Jahr auf die Idee gekommen wäre, mit dem Fahrrad nach Tansania im Südosten Afrikas zu fahren. Fahrradfreak sei er schon immer gewesen, sagt Andreas. Und mit seinem Freund Martin Schumacher hat er schon einige Radtouren unternommen. Nach Skandinavien beispielsweise. Oder nach Griechenland. Aber eine Reise gen Süden, nein, das sei etwas ganz Neues für die beiden gewesen.
Angefangen hat alles mit seinem Engagement bei „Ingenieur ohne Grenzen“, einer regierungsunabhängigen Hilfsorganisation, kurz NGO: Ziel dieser Organisation ist es, die Entwicklungszusammenarbeit durch Technologie- und Wissenstransfer zu fördern. Im Laufe seines Engagements schleicht sich langsam die Frage ein: Wie und wo ist die Entwicklungsarbeit sinnvoll? Und so kam Andreas auf die Idee eine Radtour nach Afrika zu unternehmen, um vor Ort die Antwort für sich zu finden. Zusammen mit seinem Freund fing er an, ihr „Projekt“ auszuarbeiten. Am Ende standen sie vor einer großen, vor allem aber zeitintensiven Aufgabe: Eine sechsmonatige Fahrradtour in Richtung Tansania, durch die Schweiz, Italien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia und schließlich Dar Es Salam, die inoffizielle Hauptstadt Tansanias. Eine Strecke von knapp 6000 Kilometern.
„Wir haben zwei Monate lang auf unsere Felge gewartet“
Eine Reise, die aus eigener Tasche nur bedingt finanziert werden konnte. Und so begann die Suche nach Sponsoren. Vom Fahrradhändler über Solarpanellenhersteller bis hin zum Landkartenunternehmen, bei allen mussten sie nachfragen. „Am Anfang hatten wir große Schwierigkeiten jemanden zu finden“, erinnert sich Andreas. Am 12. November 2008 war es aber soweit. Mit zwei hochwertigen Fahrrädern, 111 Kilogramm Gepäck, einer kleinen Kamera und diversem Equipment starteten sie in Richtung Afrika. Außerdem mit im Gepäck: ein Projekt namens Linux4Afrika, auf das ich noch zurückkommen werde.
Die erste Etappe führt über die Schweizer Grenze. Dort dürfen sie streckenweise mit einem LKW mitfahren. Nach einer Woche erreichen sie Palermo. Von hieraus sind es weniger als 200 Kilometer Luftlinie nach Afrika. In Tunesien angekommen haben sie schon die erste, prägende Begegnung mit der afrikanischen Kultur: Knapp 300 Kilometer vor der libyschen Grenze riss eine Hinterradfelge. Da die Felgen für schwere Last konstruiert wurden, sind sie mit 32 Löchern versehen. Und genau hier beginnt die endlose Suche: In den meisten afrikanischen Fahrradgeschäften gibt es nur Felgen mit 36 Löchern. „Wir haben mehr als zwei Monate lang auf die Felgen gewartet“, erinnert sich Andreas. Zwischenzeitlich mussten sie 32 neue Löcher in die alte Felge bohren, um weiterfahren zu können. Dass das Fahrrad dementsprechend eierte, daran war nichts zu ändern.
Kaum ist die neue Felge angekommen, stehen die beiden vor einem neuen Problem. An der tunesisch/libyschen Grenze lässt ihr Tourguide, den sie über das Internet gebucht haben, sechs Stunden lang auf sich warten. Als er dann endlich erscheint, teilt er den beiden mit, dass sie die Grenze Libyens nicht passieren dürfen. „Die Stimmung hat sich geändert, ich werde mich aber bei euch melden.“ An dieser Stelle muss Andreas schmunzeln.
Ein Stich, ein letztes Mäh, dann ist das Schaf bereit, ausgenommen zu werden
Zum ersten Mal hält Andreas kurz inne, lehnt sich ganz zurück und fährt fort. Nachdem ihnen die Durchquerung Libyens verweigert wurde, müssen sie nach einem geeigneten Platz zum Zelten suchen, wo sie schlafen und warten können. Darauf, dass sie sobald wie möglich Libyen durchqueren dürfen. Bei einer Straßensperre werden sie schließlich von der tunesischen National-Garde aufgenommen und bekommen die Erlaubnis, in deren Kaserne ihre Zelte aufzuschlagen. Was sie am nächsten Morgen beim Aufwachen sehen, glauben sie zunächst nicht: Soldaten in kurzen Hosen versammeln sich vor der Kaserne, es wird getanzt und gesungen. Im Hintergrund stehen zwei Schafe, die im nächsten Augenblick geopfert werden. Denn es ist Ende November, Zeit für das „Opferfest“ im islamischen Kalender.
Ein paar Männer halten das Schaf fest, ein Stich, ein letztes Mäh, dann ist das Tier bereit, ausgenommen zu werden. Ein Anblick, den Andreas bis heute nicht vergessen kann. „Für mich als Stadtmensch war diese Erfahrung etwas ganz Neues“, sagt er im leisen Ton, als müsste er sich für seine Unwissenheit entschuldigen. Für ihn komme das Fleisch aus der Theke. Trotzdem sagen beide zu, als sie von den Soldaten zum Frühstücken eingeladen werden. Es gibt natürlich Schaffleisch. Zwei Wochen sind vergangen. Mittlerweile hat sich ihr Tourguide wieder gemeldet. Sie dürfen Libyen durchqueren.
Sie müssen mit ansehen, wie eine geladene Kalaschnikow gegen sie gerichtet wird
Kurz vor dem Ziel in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, wollen sie sich nach einer durchzechten Nacht entspannen. Um eine bessere Sicht zu bekommen, klettern beide auf das Dach eines Hauses. Oben angekommen müssen sie, statt schönem Ausblick, mit ansehen, wie sich eine geladene Kalaschnikow gegen sie richtet. „Das waren zum Glück nur bewaffnete Wächter, die dafür sorgen, dass keiner nachts in der Gegend Unsinn macht“, sagt Andreas. Die Wächter seien nicht aggressiv gewesen. „Für uns, die bis dahin noch keine Erfahrung mit Waffen gemacht haben, war es schon sehr strange.“
Mai 2009. Nach sechs Monaten haben die beiden ihr Ziel endlich erreicht: Dar Es Salam. Auf dem Weg dahin sind sie Opfer eines Hoteldiebstahls geworden. Bis auf die Videokamera sind alle elektronischen Geräte weg. Auch die 12-Gigabyte-Festplatte mit den Fotos. Was bleibt, sind ein paar Aufnahmen, die sie zwischendurch nach Deutschland geschickt haben. Zeit zum Nachtrauern bleibt ihnen allerdings nicht. Denn sie sind im Rahmen des Linux4Afrika-Projekts unterwegs.
Entstanden ist Linux4Afrika im Jahr 2006. Mitglieder des gemeinnützigen Freiburger Vereins FreiOSS e.V., die sich für die Verbreitung von Open-Source-Software auf nationaler und internationaler Ebene einsetzen, haben das Projekt ins Leben gerufen. Ihre Vision: afrikanische Schulen mit alten Rechnern ausstatten. „Wir sammeln alte PCs, installieren darauf das Linux-Betriebssystem, und schon laufen sie wieder flott“, erklärt Andreas. Der entscheidende Punkt hierbei sei aber der Wegfall der Nutzungslizenzen. Nur den Server müssen sie neu dazukaufen. Und so entsteht nach und nach ein ganzes Netzwerk, das den Schülern in Afrika eine völlig neue Kommunikations- und Lernmöglichkeit bietet.
Einen Nachteil gibt es dennoch: Linux4Afrika agiert interkontinental und fußt somit auf Vertrauensbasis. Und genau hierin besteht das Problem. Nämlich in der Zusammenarbeit zwischen Sender (Mitglieder des FreiOSS, die Rechner nach Afrika schicken) und Empfänger (Ein IT-Mann in Dar Es Salem, der die Rechner entgegennimmt, sie verwaltet und instand hält). „Zwar haben beide Seiten auf Englisch miteinander gesprochen“, sagt Andreas. Aber die Erwartungen und die Intension seien völlig unterschiedlich. „Er hat gedacht, dass bei dieser Zusammenarbeit mehr für ihn rausspringen würde.“
Und so verbringen die beiden statt zwei Wochen zwei Monate in Tansania. Sie haben vor Ort mit dem Mann gesprochen, der für die Zusammenarbeit verantwortlich ist. Gleichzeitig sollen sie nach einem Ersatz für ihn suchen. „Wir haben tatsächlich jemanden gefunden“, sagt Andreas. Doch ob er auch der Richtige für diesen Job sei, das wissen die beiden nicht. Sie können nur hoffen, dass der „Neue“ mit anderer Motivation an die Sache rangeht. Eine Frage bleibt dennoch unbeantwortet: Wie wollen die Mitglieder des FreiOSS den jetzigen „Geschäftspartner“ kündigen?
Mittlerweile sind mehr als sieben Monate vergangen. Sie haben sich mit der Zeit verschätzt. Die letzte Möglichkeit, trotzdem noch pünktlich nach Deutschland zu kommen, ist ein Flug von Dar Es Salem nach Zagreb. „Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als mit dem Flugzeug zu reisen“, stellt Andreas klar. Man steige ein, schläft ein paar Stunden, und steige am anderen Ende der Welt aus. „Anderes Klima, andere Menschen, totaler Kulturschock!“. Und doch mussten sie den Flug nach Zagreb nehmen. Von dort aus fahren sie mit dem Fahrrad wieder zurück nach Deutschland.
„Die Entwicklungshilfe ist sinnvoll, denn der Stein ist ins Rollen gebracht worden“
Nun sitzt Andreas auf der Couch und spielt mit dem roten Bändchen, das seine Locken daran hindert, ins Gesicht zu fallen. Er wirkt nachdenklich, hält öfter und länger inne. „Die Entwicklungsarbeit ist sinnvoll“, sagt er. Denn der Stein sei schon ins Rollen gebracht worden. Er meint damit die Globalisierung und die Verwestlichung Afrikas. Aber solche Themen, solche Bilder sind noch zu frisch in Erinnerung, um ausführlich darüber zu reden. Er freut sich erst einmal, wieder zu Hause zu sein. Und darüber, zu wissen, was ihn morgen oder übermorgen erwartet. Das Studium will er auch noch zu Ende bringen. Und natürlich das Video, das muss ja auch noch geschnitten werden. Wohin die nächste Reise führen wird, das weiß er nicht. „Ich bin auch erst seit zwei Monaten wieder in Deutschland“, sagt er. Und lacht.
Nein, es ist noch nicht verschollen. George Friedmans geopolitisches Werk „Die nächsten 100 Jahre – die Weltordnung der Zukunft“ liegt seit geraumer Zeit auf meinem Schreibtisch und verschwand allmählich unter einen dicken Staubschicht. Gestern Abend, irgendwann zwischen dem Harrison Ford-Thriller „Die Stunde der Patrioten“ und einer Steinmeier-Dokumentation auf Phönix, überkam mich die Lust ein weiteres Buchkapitel aufzuschlagen. In diesem beschäftigt sich der Politologe mit dem Aufstieg der Vereinigten Staaten zu einer Weltmacht.
Jener Prozess ist zurückzuführen auf die Vormachtstellung der USA im Atlantik und Pazifik. Denn: „Die Kontrolle über die Weltmeere ist der Schlüssel zur Kontrolle über die Welt.“ Doch wie haben sie es geschafft die Amerikaner, wie haben sie es geschafft, solch eine dominante Position einzunehmen?
Wir überspringen an dieser Stelle die letzten Jahrhunderte, in denen Spanier, Franzosen und Briten die Welt umsegelten, Kolonien errichteten und Europa damit zum Zentrum der Welt machten und kommen gleich zu der Hitler-Ära.
Zum Glück war da eben jener Zweite Weltkrieg, der den Amerikanern gewissermaßen hervorragend ins Konzept passte. Bevor die GIs europäischen Boden betraten, unterstützte Amerika die Briten mit Kriegsmaterial. Dies war ein Teil des „Lend-Lease-Act“-Abkommens zwischen den beiden Parteien. Im Gegenzug verpflichtete sich Großbritannien sämtliche ihrer Marinestützpunkte in der westlichen Hemisphäre an die USA zu übergeben.
Im Vergleich zu anderen Nationen überstand Amerika den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Keine Bombe fiel auf das nordamerikanische Territorium. Und Gefallene? Rund 500.000 Soldaten, was weniger als ein Prozent aller Kriegsopfer ausmacht.
Mit der Kontrolle über die Weltmeere, durften sich die einstigen westeuropäischen Großmächte auch von ihren Kolonien verabschieden, zum Teil aus Erschöpfung, zum Teil aus Kostengründen und zum Teil, weil es den Amerikanern strategisch missfiel.
Später zu Zeiten des Kalten Krieges musste auch Russland, als einziger ernstzunehmender Konkurrent der USA, die Segel streichen. Auch sie waren im Würgegriff der Amerikaner, abgeschnitten von den Weltmeeren und damit abgeschnitten vom internationalen Handelssystem. Was das zur Folge hatte, zeigt George Friedman am Beispiel von Ost- und Westdeutschland. Aus dem Handelssystem ausgeschlossen zu sein, bedeutete Armut, Teil des Systems zu sein, dagegen Wohlstand.
Ergo war es also eine Frage der Zeit bis es zum Zusammenbruch der Sowjetunion kam. Das war im Jahr 1991 und seitdem sind die USA die einzige Supermacht und das Zentrum des internationalen Beziehungsgefüges. Und Friedman zufolge befindet sich Amerika heute erst noch in der Frühphase ihrer Macht.
Wie der Autor darauf kommt? Nun, er vergleicht das heutige Amerika mit dem Europa des 16. Jahrhunderts. Damals herrschte auf unserem Kontinent die Barbarei, die erste Phase eines Drei-Schritte-Systems, das laut Friedman jede Kultur im Laufe ihrer Zeit durchläuft. Die Barbaren waren der Auffassung, dass andere, die nicht so leben wie sie, entweder bekehrt oder zerstört werden müssen. Damals waren es beispielsweise die Spanier, die Südamerika bluten ließen. Heute versuchen die USA der islamischen Welt die Demokratie aufzuzwängen.
Die zweite Phase ist die Zivilisation, In dieser wird Toleranz groß geschrieben. Widersprüchliche Auffassungen werden somit nebeneinander geduldet. Schließlich folgt die Dekadenz, eine Zeit, in der es nichts gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Friedman zufolge sind die drei Phasen unvermeidlich und notwendig für die Entwicklung. Er geht davon aus, dass das heutige barbarische Amerika, ähnlich wie Europa im 16. Jahrhundert, trotz ihrer häufig unbeholfenen und brutalen Vorgehensweise auftrumpft und schließlich eine noch mächtigere Rolle einnehmen wird.
Das war’s für heute. Nächster Halt: „Das islamische Beben“. Zugriff erfolgt: bald…
„So ein Scheißspiel, da passiert ja eh nix mehr!“, sagte sich der Sport-Journalist selbstsicher, stellte den vorgeschriebenen Text ein und verabschiedete sich vorzeitig in den Feierabend – ein Szenario, das sich bei der Sport-Berichterstattung häufig abspielt. So wie am gestrigen Abend, als der Ball in der Champions League rollte.
Da vermeldete der Sat.1-Videotext den 3:0-Sieg Bayern Münchens gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa. Also zumindest das Ergebnis. Im Spielbericht war die Rede vom 1:0-Triumph, das war aber der Spielstand bis zur 85. Minute. Zehn Minuten später merkte das auch der Kollege vom Spätdienst und setzte eine aktualisierte Meldung rein.
Ich erinnere mich an dieser Stelle gerne an das verdutzte Gesicht von Manager Uli Hoeness, als ihn einst der Moderator zum 3:0-Sieg seiner Bayern beglückwünschte. „Vielen Dank Herr Wontorra, aber wir haben in der Nachspielzeit noch ein Tor mehr gemacht“, erwiderte der Uli. Zu entschuldigen wäre der Fehler allerdings mit dem zeitlichen Druck, unter dem die Redaktion gearbeitet hat. Die TV-Sendung endete um 18 Uhr, das Bundesliga-Spiel zehn Minuten früher.
Jesus und die Bibelgeschichte = Fake, 9/11 = Fake, Osama Bin Laden = Fake. Globaler Strippenzieher = die Kreditinstitute. Jaja, die Wahrheit schmerzt, aber so schaut’s eben aus – zumindest, wenn es nach Peter Joseph geht, dem Regisseur der Dokumentation „Zeitgeist“.
Als leidenschaftlicher Verschwörungstheoretiker hatte ich gestern viel Freude an dem Film, der eine Reihe von Thesen rund um das Christentum, die Anschläge vom 11. September sowie die brisante Verbindung zwischen der Bankenwelt und Kriegswirtschaft aufgreift.
Vieles war mir bekannt. Beispielsweise die Tatsache, dass etliche Gottheiten wie etwa Horus, Hauptgott in der ägyptischen Mythologie, erstaunlicherweise den gleichen Lebenslauf (u. a. Empfängnis durch eine Jungfrau, Tod durch Kreuzigung, Auferstehung nach drei Tagen) vorweisen wie Jesus und das zum Teil tausende Jahre vor dem christlichen Messias.
Nichts Neues ist auch die Theorie des „Inside Jobs“ bei den Anschlägen am 11. September 2001 in New York oder die Figur Osama Bin Ladens, die als fiktiver Sündenbock herhalten muss.
Den „Aha-Effekt“ gab es hingegen beim Thema Finanzwelt und ihre globalen Machtansprüche, darunter die geheimen Interventionen in die Kriegswirtschaft und den Einfluss auf die Weltordnung. Demnach soll Amerika erst auf Druck der Banken in den 1. und 2. Weltkrieg eingetreten worden sein.
Zu guter Letzt wird ein gewisser Nicholas Rockefeller zitiert, ein Nachkomme der berühmten Unternehmerfamilie Rockefeller, aus der auch Gründer der mächtigen US-Notenbank hervorgingen. Rockefeller prophezeite den Angriff auf das World Trade Center, den anschließenden Einmarsch im Irak und Afghanistan sowie einen kommenden RDIF-Chip für Jedermann – Rockefeller zufolge sind all das konspirative Schritte auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung.
Nun, nach dem Film und nach allen anderen Filmen, die Verschwörungstheorien zum Gegenstand haben, weiß man letztlich, dass man gar nichts weiß. Das ganze Leben ist eben ein Quiz, Hape Kerkeling hat’s schon immer gewußt!
Für Querdenker ist der Film ein Muss. Und zum Querdenken geht’s hier entlang.
Fluchen sollst du Menschenskind, fluchen! Wie sich die Zeiten geändert haben – was früher verpönt war, ist inzwischen wissenschaftlich durchaus ratsam. Denn, wie es links lautet, kann fluchen, Forschern zufolge, gar Schmerzen mildern. Mit dieser äußerst bedeutenden Nachricht erfreuen SPIEGEL-Redakteure die 9- bis 12-Jährigen unserer Nation. Die bahnbrechende Erkenntnis ist nämlich im neuen SPIEGEL –Magazin namens „Dein Spiegel“ nachzulesen – in einer Zeitschrift für den Nachwuchs. Ausgerechnet dort. Da sage ich mal ganz spontan, so eine Scheiße!
Die erste Ausgabe habe ich gestern käuflich erworben. Weil, auch ich die Welt besser verstehen möchte – wie es auf dem Cover der 3,40 Euro teuren Zeitschrift heißt. Und was habe ich gelernt? Ich weiß nun, dass es Bastian Schweinsteiger langweilig wird, wenn er fünf Wochen lang die gleiche Frisur hat. Ich weiß auch wie man auf den Spruch „dein Pulli ist wohl von deiner Uroma“ kontern sollte, damit das Gegenüber baff ist. Nämlich: „Nee, der wurde neulich bei Ausgrabungen entdeckt.“
Und ich weiß auch, dass „Dein Spiegel“ nicht unbedingt kinderfreundlich daherkommt. Und wieso? Also bitte, wenn Jonas, 14, und Marja, 11, „Schweini“ fragen, was für ihn wichtiger sei, Toreschießen oder Sex, dann hat das Ganze nichts in einem Blatt für Kiddies verloren! Verdammt nochmal, ich habe mich das erste Mal nackt gesehen, da war ich 25 und das geschah ganz zufällig im Badezimmer – dieses „Badesalz“-Witzle musste sein.
Jetzt aber wieder zurück zum Ernst der Lage: Alles andere als pädagogisch wertvoll ist auch, wenn die beiden den Bayern-Spieler auffordern in einer fremden Sprache zu schimpfen und anschließend „vaffanculo“ zu hören bekommen. Wo kommen wir da hin?! Immerhin hat es Schweinsteiger nicht übersetzen wollen, dafür hat er Luca Toni vorgeschlagen.
Ein wenig Anstand scheint Basti, die Pappnase, in sich zu tragen. Er ist ja auch nicht mit „Dein Spiegel“ aufgewachsen…





