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SKSebastian Koch hält kurz inne, dann nimmt er all seinen Mut zusammen, wischt sich den Schweiß von der Stirn ab und sagt zu mir: „Ich höre.“ Das war das Zeichen, der Augenblick, in dem ich meinen Notizblock hervorzücke, auf die Aufnahme-Taste meines Diktiergerätes drücke, zu ihm hinauf schaue und frage: „Was war denn das mit den toten Robben Herr Koch?!“

Nein, ganz so dramatisch hat sich meine Begegnung mit Sebastian Koch („Das Leben der anderen“), der zu den renommiertesten Schauspielern des Landes zählt, nicht zugetragen. Das war abermals nur ein Anflug von übertriebener Prahlerei.

Aber in der Tat, er ist da gewesen, auf dem Campus. Im Rahmen der „Media Monday„-Vortragsreihe verschlug es den 47-Jährigen nach Dieburg, quasi direkt vor meine Haustür (etwa 300 Meter Luftlinie von der Hochschule entfernt), die zu meinem salmonellenbunkerähnlichen Appartement des Studentenwohnheims gehört, in dem ich seit fünf Semestern ein trauriges Dasein friste.

Sebastian Koch alias Wolf Larsen kam, um über seinen neuen Film zu plaudern – „Der Seewolf“, ein Zweiteiler im ZDF und Neuverfilmung des 1904 erschienenen Romans von Jack Landon. Er gewährte einen Blick hinter die Kulissen, äußerte sich zum „Making of“ sowie zum Verhältnis zwischen Regisseur und Schauspieler.

Anschließend gab es kein Entkommen für den Guten. Eine kurze Ruhepause während der Autogrammstunde wurde dem Mann zum Verhängnis. Er musste sich meinen kritischen Fragen stellen, die Falle schnappte zu!

*****

Im Film wurde größtenteils auf Spezial-Effekte verzichtet. Was bedeutete das für Sie als Schauspieler?

„Es ist eine große Herausforderung, aber auch eine einmalige Möglichkeit. Filme wie dieser wird es nicht mehr geben. Künftig wird man überwiegend auf Spezial-Effekte setzen.“

Die meisten Szenen entstanden auf hoher See vor der Küste Kanadas. Sind Sie während der Dreharbeiten seekrank geworden?

„Nein. Bevor es losgeht, baut man so viel Spannung auf, dass der Körper gar keine andere Wahl hat als zu funktionieren. Wenn der Film im Kasten ist, dann kannst du dich hinlegen. Deswegen habe ich mir danach eine einjährige Pause gegönnt.“

Die berühmte Szene mit der zerquetschten Kartoffel – wie viel Zeit haben Sie dafür im Kraftraum verbracht?

„(Grinst) Jahrelang. Als Ich von der Rolle erfahren habe, ging es sofort in den Kraftraum!“

Und was war denn nun mit den toten Robben?

„Die Robben war tiefgefroren. Es waren echte Tiere. Mit Computer-Effekten wäre die Szene nicht möglich gewesen. Dass die Robben aber extra für den Film getötet wurden, ist totaler Quatsch.“

shHeute feiert Michael Jacksons „This Is It“ weltweit Premiere. In der Dokumentation, in der die finale Proben des „King of Pop“ gezeigt werden, ist auch Shannon Holtzapffel zu sehen. Der Australier gehörte zu den auserwählten Tänzern, die gemeinsam mit „Jacko“ auf die Tour der Superlative gehen sollten. Im Interview spricht der 24-Jährige Choreograf, der Video-Clips für Musik-Größen wie Britney Spears, Fergie oder Janet Jackson inszenierte und unter anderem auch für die putzigen Tanzeinlagen des Kaiserpinguins Mumble im oscarprämierten Animationsfilm „Happy Feet“ zuständig war, über seine Zusammenarbeit mit dem „King of Pop“. (Zum Todestag Jacksons und dessen körperliche Verfassung wollte/durfte sich Shannon Holtzapffel indes nicht äußern.)

*****

Heute feiert die Dokumentation „This Is It“ ihre Premiere. Haben Sie den Film schon gesehen?

„Nein, ich habe den Film leider auch noch nicht gesehen, genauso wie die anderen Tänzer. Aber dadurch kann ich es kaum erwarten den Film mit dem Rest der Welt zu sehen. Die Verantwortlichen wollten das so. Sie wollten, dass der Film auch eine Überraschung für uns Tänzer wird.“

Zeigt er den Michael Jackson, wie Sie ihn auch persönlich erleben durften?

„Der Film kommt sehr rau und unbearbeitet daher. Er zeigt Michael Jackson während den Proben, also in einer Phase, in der ihn Fans nie sehen durften. Bei der Dokumentation handelt es sich um Material, aufgenommen von einem Kamera-Team, das uns über die gesamte Entstehungsdauer der Show begleitet hatte – die letzten drei Monate in Michaels Leben.“

Sie gehörten zu den auserwählten Tour-Tänzern, wie kam es dazu?

„Als ich von dem Vortanzen gehört habe war ich in Australien und habe an einer Choreografie für eine TV-Show gearbeitet. Dann nahm ich den nächstmöglichen Flieger nach Los Angeles. Ich gehörte zu 500 Tänzern, die aus der ganzen Welt kamen, um sich beim Vortanzen zu beweisen. Eine Zusammenarbeit mit Michael Jackson stand ganz oben auf meiner Liste, es war mein ganz großer Traum.“

Der „Moonwalk“ zählte vermutlich nicht zu den Aufnahmebedingungen. Beherrschen Sie ihn trotzdem?

„Ja, ich beherrsche den „Moonwalk“. Mit dem „Moonwalk“ fing eigentlich meine Tanzkarriere an. Als ich zwei Jahre alt war versuchte ich diesen legendären Tanzschritt zu lernen. Damals sah mein „Moonwalk“ jedoch aus, als würde ich mir meine Füße abwischen.“

Was für ein Gefühl war es gemeinsam mit dem „King of Pop“ auf der Bühne stehen zu dürfen?

„Sein Zauber war einfach überwältigend.“

Wie würden Sie „Jackos“ Verhältnis zu seinen Tänzern beschreiben?

„Wir waren wie eine Familie.“

Die „This Is It“-Tour sollte eine Show der Superlative werden. Was hätte die Zuschauer erwartet?

„Die Tour wäre mehr als nur eine weitere Show mit Michael geworden. Er hat das für seine Fans gemacht, seine Kinder und die Welt. Michael Jackson wollte die Welt heilen – mit seiner Musik, seinem Tanz und seiner Liebe.“

Gab es bei den Proben einen besondere Situation mit Michael, an die Sie sich erinnern?

„Es gibt zahlreiche Momente mit Michael Jackson, an die ich mich gerne erinnere. Besonders lustig war es aber, als Michael gemeinsam mit allen Tänzern auf der Bühne stand und Kenny Ortega, der stellvertretende Regisseur der Show, uns den weiteren Ablauf erklärte. Michael stellte sich plötzlich hinter ihn, tanzte wie ein kleiner Junge und hörte ihm überhaupt nicht zu. Auch wir konnten dann nicht mehr zuhören und hatten nur Augen für das bewundernswerte Genie. Schließlich bat Kenny Michael um Aufmerksamkeit. Michaels Antwort: Er wandte sich Kenny zu und legte dabei einen total coolen Tanzschritt ein. Ich und alle anderen konnten nicht mehr, was wir sahen, war einfach unbeschreiblich! Michael war als Tänzer mit Leib uns Seele dabei. Ich bin unheimlich glücklich, in seiner Nähe gewesen zu sein.“

Hatten Sie eine Gelegenheit sich von Michael Jackson zu verabschieden?

„Michael grüßte uns immer. Das war außergewöhnlich. Als wir uns das letzte Mal sahen, sagte er zu mir: „Ich liebe dich“. Dann umarmten wir uns.“

Kurz nach seinem Tod haben Sie demonstrativ „THIS IS NOT IT“ getwittert. Lebt Michael für Sie weiter?

„Ich zelebriere Michael Jackson. Er lebt in meinen Gedanken weiter, in meiner Seele und vor allem lebt er durch seine Musik weiter.“

Er war zweifellos der „King of Pop“. Er war aber auch eine umstrittene Persönlichkeit. Wie behalten Sie ihn in Erinnerung?

„Für mich war Michael Jackson einer der wunderbarsten, positivsten, talentiertesten, sanftmütigsten und fürsorglichsten Menschen überhaupt. Lang lebe der ‚King of Pop’! Es war mir eine Ehre, einer der letzten Ritter des Königs gewesen zu sein!“

Vielen Dank für dieses Gespräch.

PapageiEr ist ein Kongo-Graupapagei, er hört auf den Namen „Chico“ und hat von nun an einen festen Platz in der Redaktion. Der gefiederte Kollege ist vielseitig einsetzbar: Mit seinem großen Schnabel und dem mit Krallen besetzten Kletterfuß kann er sich hervorragend an seine Gesprächspartner  “festkrallen“ und sie unerbittlich verbal malträtieren – also genau richtig in der Journalismus-Branche!

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Da grinst er, der Steini und lässt das Modell-Flugzeug hoch in die Luft steigen. Wozu sich den Stress als Kanzler geben, nicht wahr?  Die Marketing-Leute von „Conrad Electronic“ scheinen viel Humor zu haben. Und auch hellseherische Kräfte. Denn: Nach dem Wahldebakel ver-zichtet Frank-Walter Steinmeier auf den SPD-Parteivorsitz. Dadurch wird sich Frankie wohl tatsächlich über mehr Freizeit in seinem Leben freuen dürfen.

„So ein Scheißspiel, da passiert ja eh nix mehr!“, sagte sich der Sport-Journalist selbstsicher, stellte den vorgeschriebenen Text ein und verabschiedete sich vorzeitig in den Feierabend – ein Szenario, das sich bei der Sport-Berichterstattung häufig  abspielt. So wie am gestrigen Abend, als der Ball in der Champions League rollte.

FCBDa vermeldete der Sat.1-Videotext den 3:0-Sieg Bayern Münchens gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa. Also zumindest das Ergebnis. Im Spielbericht war die Rede vom 1:0-Triumph, das war aber der Spielstand bis zur 85. Minute. Zehn Minuten später merkte das auch der Kollege vom Spätdienst und setzte eine aktualisierte Meldung rein.

Ich erinnere mich an dieser Stelle gerne an das verdutzte Gesicht von Manager Uli Hoeness, als ihn einst der Moderator zum 3:0-Sieg seiner Bayern beglückwünschte. „Vielen Dank Herr Wontorra, aber wir haben in der Nachspielzeit noch ein Tor mehr gemacht“, erwiderte der Uli. Zu entschuldigen wäre der Fehler allerdings  mit dem zeitlichen Druck, unter dem die Redaktion gearbeitet hat. Die TV-Sendung endete um 18 Uhr, das Bundesliga-Spiel zehn Minuten früher.

Dein SpiegelFluchen sollst du Menschenskind, fluchen! Wie sich die Zeiten geändert haben – was früher verpönt war, ist inzwischen wissenschaftlich durchaus ratsam. Denn, wie es links lautet, kann fluchen, Forschern zufolge, gar Schmerzen mildern.  Mit dieser äußerst bedeutenden Nachricht  erfreuen SPIEGEL-Redakteure die 9- bis 12-Jährigen unserer Nation.  Die bahnbrechende Erkenntnis ist nämlich im neuen SPIEGEL –Magazin namens „Dein Spiegel“ nachzulesen – in einer Zeitschrift für den Nachwuchs. Ausgerechnet dort. Da sage ich mal ganz spontan, so eine Scheiße!

Die erste Ausgabe habe ich gestern käuflich erworben. Weil, auch ich die Welt besser verstehen möchte – wie es auf dem Cover der 3,40 Euro teuren Zeitschrift heißt. Und was habe ich gelernt? Ich weiß nun, dass es Bastian Schweinsteiger langweilig wird, wenn er fünf Wochen lang die gleiche Frisur hat. Ich weiß auch wie man auf den Spruch „dein Pulli ist wohl von deiner Uroma“ kontern sollte, damit das Gegenüber baff ist. Nämlich: „Nee, der wurde neulich bei Ausgrabungen entdeckt.“

Und ich weiß auch, dass „Dein Spiegel“ nicht unbedingt kinderfreundlich daherkommt. Und wieso? Also bitte, wenn Jonas, 14, und Marja, 11, „Schweini“ fragen, was für ihn wichtiger sei, Toreschießen oder Sex, dann hat das Ganze nichts in einem Blatt für Kiddies verloren! Verdammt nochmal, ich habe mich das erste Mal nackt gesehen, da war ich 25 und das geschah ganz zufällig im Badezimmer – dieses „Badesalz“-Witzle musste sein.

Jetzt aber wieder zurück zum Ernst der Lage: Alles andere als pädagogisch wertvoll ist auch, wenn die beiden den Bayern-Spieler auffordern in einer fremden Sprache zu schimpfen und anschließend „vaffanculo“ zu hören bekommen. Wo kommen wir da hin?! Immerhin hat es Schweinsteiger nicht übersetzen wollen, dafür hat er Luca Toni vorgeschlagen.

Ein wenig Anstand scheint Basti, die Pappnase, in sich zu tragen. Er ist ja auch nicht mit „Dein Spiegel“ aufgewachsen…

Blog

Amok?Ich glaube heute war es so weit. Nach schier endlosen Warteschleifen und zahllosen inkompetenten Kunden-betreuern nahm ein völlig entnervter Vodafone-Kunde seinen Mut zusammen, dazu seine Schrottflinte aus dem Schränkle des Großvaters und machte sich auf nach Weil im Dorf, um der dort angesiedelten Vodafone-Zentrale einen Besuch abzustatten.

Das ist natürlich nur eine vage Vermutung. Doch als ich heute morgen in der S-Bahn saß und die Haltestelle in Weil im Dorf passierte, herrschte dort – etwas überspitzt gesagt – Ausnahmezustand. Während Polizei und Feuerwehr das Gebiet weiträumig absicherten, strömten fluchtartig Menschenmassen aus dem Gebäude. (Jetzt habe ich mich selbst dabei erwischt, wie ich zum Übertreiben neige, wohl arbeitsbedingt…)

Es wurde mich aber nicht verwundern, wenn meine Version der Geschichte stimmen würde. BILD bleibt dran, ähm, ich bleibe dran.

UPDATE: Der Feuerbacher Feuerwehr zufolge handelte es sich nur um einen Brandmeldealarm und um einen falschen obendrein.

Ich sage nur, jawohl Rupert, mach es! Denn: Der Medienmogul Murdoch will künftig die Online-Leser seiner Zeitungen zur Kasse bitten – darüber berichtet der aktuelle SPIEGEL/Spiegel-Online  im Artikel „Hoffnung in Lachsrosa“.

Spiegel-Online zufolge denkt auch der Axel-Springer-Verlag darüber nach bis Herbst Paid-Content-Angebote bei einigen seiner Lokalblätter einzuführen. Möglich also, dass Online-Journalisten bald mit einer Gehaltserhöhung rechnen können, das wäre toll, sage ich mal ganz befangen.

Und da alle guten Dinge drei sind, noch einmal SPIEGEL: Von heute an zeigt sich Spiegel-Online in einem neuen Design, der Relaunch wurde vollzogen und das hat sich geändert.

Er hat uns nicht belogen, er hat immer die Wahrheit gepredigt! Wir waren noch jung und brauchten das Geld, nee falsch – wir glaubten nicht seinen Worten! Wir dachten, wir wissen es besser, nun wissen wir nichts mehr.

Trotz anfänglicher Skepsis nehme ich hiermit alles zurück und verneige mich vor Ihnen, Professor Schöhl aus dem Recherche-Seminar!

Die vielen ermüdenden Stunden, die zahllosen Referate, das Pauken hunderter Such-Befehle und Operatoren – das alles hat sich gelohnt! Denn, die Datenbank Lexis-Nexis scheint tatsächlich eine gewichtige Rolle für Journalisten zu spielen. Niemand geringeres als der SPIEGEL verwies auf die Fachdatenbank im Artikel „Wo bleibt Hillary Clinton?“ in der Ausgabe 28. Dort heißt es:

„Die Häufigkeit, mit der ihr Name in der Presse-Datenbank Nexis erwähnt wird, erreichte im Mai den bisherigen Tiefpunkt: Nur noch 902 Erwähnungen in einem ganzen Monat wurden registriert. Als Clinton sich im Februar 2008 mitten in der heißesten Phase des Vorwahlkampfs befand, kam sie auf über 10000 Erwähnungen.“

Professor Schöhl, wir haben Sie maßlos unterschätzt, mögen Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand sinnvoll nutzen!

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